Kata mixed – Ohne Fleiss ….

Selbstverteidigung FriedbergSchweißtreibend, Fleiß ist einfach schweißtreibend… Zumindest wenn man fleißig trainiert. Langsam wird’s ernst. Kata mixed, die Teilnahme an der Hessenmeisterschaft in sechs Wochen ist unser Ziel.

Vorgenommen hatten wir uns drei Katas, geeinigt haben wir uns jetzt auf zwei. Wir wollen ja gut sein, und zwei Katas in Perfektion (muss sein), bezüglich Timing, Ausdruck und Synchronität ist als Trainingsziel ambitioniert. Es sei denn, man hat Zeit jeden Tag zwei bis drei Stunden zu trainieren.
Übrig geblieben sind nun Basadai und Jion. Basadai ist die grundlegende Shotokan-Kata, die wir seit Jahren trainieren. Hier sind Ablauf und Ausdruck bei keinem von uns ein Problem. Es geht also nur noch darum, das Timing aufeinander abzustimmen. Ich sage euch, das ist schwer.

Obwohl das Timing, also der Rhythmus, einer Kata festgelegt ist, interpretiert jeder diesen doch etwas anders. Der eigene Rhythmus hat sich über Jahre entwickelt und verfestigt. Jeder macht auch Ausholbewegungen oder Blickrichtungsänderungen bei Drehungen anders. Das hat sich eingeschliffen und ist im Hirn fest verankert. Und plötzlich sollen diese automatisierten Bewegungen anders werden, zwar nur ein klein wenig, aber anders eben.

In der Umsetzung habe ich sehr schnell gemerkt, dass wir alle „konditionierte Ratten“ sind. Automatisierte Abläufe ändern ist mindestens so schwer wie Geschäftsprozesse ändern 🙂 Das spannende an der Sache ist, dass es nicht langweilig ist, eine Kata in keine Bewegungseinheiten zu zerlegen und diese unermüdlich zu Dritt zu trainieren, bis es gemeinsam sitzt. Viele Techniken trainieren wir erst einmal aufeinander zu, damit jeder die Bewegungen des anderen sieht. Wenn das Timing und die Atmung stimmen, wird die Bewegungseinheit wiederholt in Laufrichtung. Danach dieser Teil mit dem vorherigen Teil zusammengesetzt und wieder ein neuer kleiner Teil hinzugenommen.

So gehen schon mal 2 Stunden Training rum, ohne dass man merkt wie die Zeit vergeht. Ich hätte nie gedacht, dass so intensives Kata-Training so kurzweilig sein kann. Und es ist anspornend wenn man merkt, dass es funktioniert. Wir haben Verabredungen getroffen, wo Pausen gemacht werden, bis wie viel man zählen muss, um nur den Kopf zu drehen oder eine Ausholbewegung zu machen. Denn genau an diesen Kleinigkeiten können die Kampfrichter die Synchronität am deutlichsten sehen.

Es ist für mich eine neue Erfahrung so detailreich an einer Sache zu trainieren. Und es war eine wunderbare Erfahrung zu merken, dass auch nach einer Woche Pause im Training, das Gelernte und die Verabredungen noch „sitzen“.

Unermüdliches Training hilft doch! Wer hätte das gedacht?

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