Wenn Kinder auf einen Großmeister treffen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVor ein paar Tagen war Großmeister Hidemi Tamayose, 9. Dan, bei uns im Verein zu Besuch. Ein extra Training für Kinder wurde angeboten. Die Kinder hatten großen Respekt vor dem Großmeister, der aber sehr schnell mit seiner liebevollen Art das Eis gebrochen hatte. Er forderte die Kinder auf, viele Fragen zu stellen und beantwortete alle geduldig. Sie wollten zum Beispiel wissen wie lange er schon Karate betreibe und ob man in Japan Karate ein Schulfach sei.

Das Training war für die Kinder eine Herausforderung, denn Tamayose trainierte seinen besonderen alten Karatestil. Neben Kihon (Grundtechniken) stand für die Kleinen die Fukyugata Ichi (eine Kampfkür gegen imaginäre Gegner), die stilübergreifend auf Okinawa gelehrt wird, auf dem Plan. Hanshi Tamayose korrigierte liebevoll und die Kinder gaben sich größte Mühe.
Beeindruckend für die Jugendlichen war aber die Botschaft des Großmeisters, dass man Karate nicht für einen anstehenden Kampf übe, sondern vielmehr um sein eigenes Herz zu stärken. Damit meinte er, so die weiteren Erläuterungen, dass man sich in Zurückhaltung, Respekt, Besonnenheit und Bescheidenheit üben müsse. So müsse man erst gar keine Kampfsituation bestreiten. Alle waren zum Ende des Trainings begeistert, sodass Autogramme und gemeinsame Fotos unumgänglich waren.

Die beiden darauffolgenden Trainingseinheiten waren für die Erwachsen, auch für sie war das Kihon unumgänglich. Danach nahm der Sensei die verschiedensten Katas durch. Für die Lehrgangsteilnehmer, von denen die meisten den in Deutschland weitverbreiteten Karatestil Shotokan betreiben, waren die Katas aus dem wesentlich älteren Karatestil Shorin Ryu eine neue Herausforderung, so beschäftigte sich die Unterstufe mit den Pinan Sandan (die alte Form der Heian Sandan). Die Kushanku Sho, Ursprung der Kanku Sho, war Inhalt des Oberstufen Trainings.

Besonders erwähnen muss ich, dass sowohl im Kindertraining als auch bei den Erwachsenen Teilnehmer dabei waren, die zum ersten Mal Karate trainierten. Es war beeindruckend zu beobachten wie selbstverständlich Hanshi Tamayose sie ins Training einbezog. Es ist schon ein Erlebnis, seine erste Karatestunde bei einem Großmeister zu haben!

Zum Schluss gab es noch eine Autogrammstunde. Auch ich habe nun ein 2. Autogramm von einem Japanischen Großmeister in meinem Ausweis, Aber dieses Mal mit persönlicher Widmung.

„Erhalte dir immer deinen Anfängergeist, behalte im Herzen, was du bei deiner ersten Karatestunde empfunden hast!“

Zum Bericht auf der Website des Karatevereins Friedberg.

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