Einfach mal was Zutrauen

Heute entdeckte ich den Artikel „Gönnen Können – wie Stereotype unsere Leistung beeinflussen“. Ich bin kein Freund von vielen Studien, weil ich oft genug erlebt habe, dass die Ergebnisse ein wenig passend „gebastelt“ wurden. Aber, vieles was dort beschrieben ist, entdecke ich in jedem Training wieder.

Wenn ich im Training einem Kind vermittle, dass ich fest daran glaube, dass es diese oder jene Technik oder Kata  wirklich lernen kann, auch wenn sie anfangs noch so schwierig oder komplex ist, dann glaubt das Kind an sich und wird es lernen. Das ist nichts anderes als self fulfilling prophecy.
Wir kennen alle diesen Effekt, jemand glaubt an mich und das macht stark! Umgekehrt funktioniert das auch. Wenn ich einem Kind immer wieder vermittle, dass es zu steif ist oder zu blöd ist um diese Bewegungsabläufe zu lernen, wird es wahrscheinlich nie ein guter Karateka.

Es sei denn, das Kind glaubt so sehr an sich, nimmt die Herausforderung an und will mir beweisen, dass es gut ist. Dann aber vermittelt ihm ein anderer diesen Glauben an sich. Eltern, die an ihr Kind glauben, schaffen ein Grundvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, dass sich Kinder nicht so schnell entmutigen lassen.

Loben hilft

Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer das ist. Mein Sportlehrer in der Oberstufe, zeigte mir immer wieder indirekt, dass er mich für eine Niete in Leicht-Athletik hielt. Nicht, dass er mich verbal schlecht machte; allein sein Blick bei den 400m Zeiten oder Weitsprung-Ergebnissen reichten aus, dass ich nie gut wurde.
Mein Karate-Sensei  hingegen lobte mich und tröstete mich, je nach Situation. Er motivierte mich, damit ich  über sportliche Flauten hinweg kam und weiter an mir arbeitete. Es hat funktioniert, ich hab mehr erreicht, als ich ursprünglich erhoffte.

Das versuche ich nun als Trainerin bei „meinen“ Kindern auch umzusetzen. Loben hilft! Und anfeuern auch! – Dann kann man buchstäblich über sich hinaus wachsen.

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