Gaudi in Calpe – Der Oktoberfestimport in Spanien

(Teulada-Moraira) Da ist man einmal um diese Jahreszeit an der Costa Blanca im Urlaub und was muss man in der deutschsprachigen Costa Blanca Nachrichten lesen? Das Oktoberfest hat auch hier schon lange Einzug gehalten. Wir fragen uns, was das Oktoberfest in Frankfurt/Main oder Berlin zu suchen hat, die Deutschen haben es schon vor 24 Jahren an die Costa Blanca exportiert. Organisiert wird es ausgerechnet – wer hätte das gedacht – vom Calper Carneval Club.

„Es gibt nur zwei Oktoberfeste, das Original in München und das in Calpe“, sagt ein CCC-Mitglied. Wenn er sich da mal nicht täuscht, meines Wissens ist die Gaudi schon nach USA exportiert worden. Egal, erwartet werden 30.000 Gäste, innerhalb von 10 Tagen und das sind internationale Gäste, wie es in einer Urlaubsregion so ist. Viele „Überwinterer“ aus verschiedenen Nationen, Briten, Norweger, Belgier, Franzosen und Spanier feiern hier gemeinsam bei original Oktoberfestbier, das importiert wird (und trotz 2.000km Transport preiswerter ist), Brathendl und Weißwurst. Seit Jahren fahren drei Reisebusse aus einem Dorf in der Nähe von Madrid regelmäßig ins Festzelt nach Calpe.

José Munoz sagt: „Mir gefällt das Ambiente im Zelt dort sehr gut. Die Musik ist anders und gerade das gefällt mir.“ Angeblich lernen die Spanier, die sonst so arroganten Deutschen von einer anderen, ausgelassenen Seite kennen und das kommt offensichtlich gut an. Sacha Szabo, ein spanischer Unterhaltungsforscher, meint dazu in einem Interview mit den Costa Blanca Nachrichten: „Sehr interessant ist, dass ein Karnevalsverein dieses Fest organisiert. Der Karneval zeichnet sich bekanntlich durch vier Aspekte aus, nämlich die Aufhebung von Normen, sozialen Schichten und Herrschaftsstrukturen sowie die Ironisierung und Profanisierung. All diese Elemente findet man auch im Oktoberfest.“

Na dann: „Oans, zwoa, gsuffa!“ – Das vermittelt doch gleich ein wenig Heimatgefühl und sorgt für die Völkerverständigung. Oder?

(Zitate aus: Costa Blanca Nachrichten, 07.10.2011, Nr. 1451, 38. Jahrgang, Seite 48-51)

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