Überlebenstraining für die Tiefe – richtig atmen! #mg11

Es ist so weit: Im November geht es mit einer Expedition in den Marianengraben. Wie was wo, erfahrt ihr bei Monsterdoc. Wir werden in einem winzigen U-Boot mit vielen Menschen (etwa 10) sehr tief tauchen, über 11.000 Meter. Mörderisch! Darauf müssen wir uns vorbereiten, körperlich und mental. Dienstags machen wir einen Tauchkurs im Bodensee und Donnerstags hier Mental-Training gegen Tiefen- und Platzangst. So sollten wir im November gut gerüstet sein…

Mit einem Nachfolger dieses Modells geht's in den Marianengraben.

Und da sind wir schon beim Thema. Platzangst nennt der Volksmund die Angst vor engen Räumen, was falsch ist. Platzangst ist die Angst vor weiten Plätzen, also Agoraphobie, die Angst vor engen Räumen nennt sich Klaustrophobie.
Die Symptome von Tiefenangst und Klaustrophobie ähneln sich. Die Tiefenangst raubt mir den Atem, weil ich nicht weiß was unter mir ist, in der Dunkelheit. Das schnürt mir die Kehle zu, erzeugt Panikattacken. Können wir im Marianengraben nicht brauchen, wir müssen rational reagieren und die Angstgefühle bewältigen können.

1. Kurstag

Heute am 1. Kurstag geht es darum, den Atem im Griff zu haben, nicht zu hyperventilieren und ruhig und gelassen den Atem fließen lassen. Ein probates Mittel gegen Panikattacken. Dazu ist es wichtig, dass wir uns unseres Atmens bewusst werden, also bewusst atmen. Deswegen für heute folgende Übung, die mindestens einmal täglich wiederholt werden sollte:

  • Sorgt dafür, dass ihr 15 Minuten ungestört seid. Telefon und Klingel ausstellen, keine Musik.
  • Setzt euch auf eine gemütliche Decke im Schneidersitz an einen Ort in eurer Wohnung, den ihr mögt. Aber bitte aufrecht hinsetzen. Nicht die Schultern hängen lassen, dann kann der Atem nicht fließen.
  • Legt die Hände bequem auf eure Oberschenkel oder euren Unterbauch.
  • Tief durch die Nase einatmen. Ihr müsst ein Schnaufen hören (wehe ihr lacht, die Sache ist ernst).
  • Ausatmen durch den geöffneten Mund mit „Ton“ (Stimme). Ihr sollte das Ausatmen hören.
  • Wichtig ist, länger ausatmen als einatmen. Und in den Bauch atmen, sonst ist die Atmung zu flach.
  • Wenn ihr euren Rhythmus gefunden habt, lasst den Atmen fließen. Denkt an nichts.
  • Einatmen – ausatmen – einatmen – ausatmen ….

Sonst nichts, einfach atmen! Jeden Tag, 15 Minuten, bis ihr diese Übung so verinnerlicht, dass ihr euch nicht mehr darauf konzentrieren müsst und der Atem von selbst richtig fließt.

Im Budo (Kampfsport) heißt die Atmung Kokyu, Ko = ausatmen und kyu = einatmen. Der Atem ist eine besondere Form des Ki, also der Lebensenergie. Diese Übung lässt eure Lebensenergie fließen. Ein Mantra zum Nachdenken geb ich euch noch mit auf den Weg:

„Das Einatmen bindet und verbindet, im Festhalten des Atems geschieht das Rechte, und das Ausatmen lässt los, löst und vollendet, indem es alle Beschränkungen überwindet.“ (Awa Kenzo)

 

 

19 Gedanken zu „Überlebenstraining für die Tiefe – richtig atmen! #mg11

  1. Falls der Bär Angst hat kann er sich an mich kuscheln, aber Ihr meint das ernst , ja?
    Wird bestimmt eine schöne Reise…Das wär nix für kleine Plüschtiere, wo wir schon im Wäschesack beim Umzug uns unwohl fühlten…brrr.

    Später also mehr, wir sind entspannt dabei, beim lesen.

    Gruß von Schäfchen und Bär

  2. Wenn du das so beschreibst … panic!! Da muss ich was tun, for sure! Ich habe es gerade probiert, aber ich bin in ein Hotelzimmer in München. No place to relax. Würde lieber wo anders sein …

  3. mein Problem: Ich bekomme in der Enge immer Angst vor der Angst. Nicht gut. Kann man die Reise noch stornieren? Warum mache ich sowas eigentlich immer wieder mit? Warte mal … einer muss ja auch oben bleiben auf dem Schiffe meine ich … gut, gut, ich mache meine Übungen …

  4. @chefarzt Nicht gleich am 1. Kurstag Ausreden „erfinden“ du hast Flauschis Beutel überlebt. Und Atmen hilft auch gegen die Angst vor der Angst.
    @Hermione Ganz ruhig und tief „ein“ und „aus“ und „ein“ und „aus“ …

    Einfach machen, der ERfolg kommt noch!

  5. Wenn ihr euch einfach mal setzen würdet und nur tief ein- und ausatmen würdet, anstatt hektisch in Beuteln aller Art zu wühlen, dann klappte es auch mit dem Atmen. 🙂

  6. Pingback: Basadai » Überlebenstraining für die Tiefe – Im Schrank #mg11

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