Gewaltschutztrainer-Fortbildung, Tag 3

Oder: bloß keine Ängste schüren!

Wenn wir als Selbstbehautptungs- und Gewaltschutztrainer (ausgebildet vom Deutschen Karate Verband)  in Schulen oder Hort-Einrichtungen Kurse durchführen, werden wir immer vorher mit den Lehrer, Betreuer und Eltern reden. Sie sollen unser Konzept kennen lernen und wir müssen vorher wissen, ob es „aktuelle“ Anlässe in der Einrichtung für diesen Kurs gibt, oder ob Eltern und Lehrer den Kurs als reine Präventionsmaßnahme anbieten, um die Kinder zu stärken. Der Lehrer oder eine Aufsichtsperson in Hort-Einrichtungen müssen beim Kurs anwesend sein. Nur sie kennen die Kinder und können in bestimmten Situationen hilfreich unterstützen.

Die Eltern müssen wissen, dass wir den Kindern keine Angst vorm „bösen Mann“ machen, den es so gar nicht gibt, aber immer wieder zitiert wird. Genauso wenig wie es den Vergewaltiger gibt, der uns im Gebüsch auflauert. (Natürlich gibt es die, aber in einer verschwindend geringen Zahl!) Wir müssen eher vor uns bekannten Menschen Angst haben, das ist das schlimme. Kinder haben weit aus eher einen Verkehrsunfall, als dass sie von fremden Menschen angegriffen werden.

Wie schaffe ich es, Kinder zu sensibilisieren, aber nicht zu ängstlichen Wesen, die sich nicht mehr auf die Straße trauen, zu erziehen? Wir sagen z.B., dass es Menschen gibt, die sie austricksen wollen. Den Begriff kennen sie, austricksen ist blöd, keiner will ausgetrickst werden, macht aber keine Angst. Durch Rollentrainings stärken wir die Kinder. Wir zeigen ihnen Möglichkeiten und Wege aus einer unangenehmen Situation herauszukommen, Fluchtinseln zu finden. Ängstliche Kinder sind schwach! Selbstbewusste Kinder sind stark und sagen „Nein“ auch gegenüber Bekannten, wenn diese ihre Grenzen überschreiten.

Wichtig ist, dass die Kinder dabei die volle Rückendeckung von den Eltern haben, auch das macht sie stark. Wenn der Nachbar etwa beleidigt ist, weil das Kind im Regen nicht von ihm im Auto mitgenommen werden wollte und sagte: „Nein, mit ihnen darf ich nicht fahren!“, dann gehen die Eltern zum Nachbar und erklären ihm, dass es eine Liste gibt mit Personen, mit denen das Kind im Auto mitfahren darf und er nicht drauf steht. Das Kind hat sich völlig korrekt verhalten und muss belohnt werden!

Es gibt im Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsbereich viele Anbieter, seriöse und unseriöse. Für Einrichtungen und Vereine, die einen Kurs für ihre Kindern anbieten wollen, ist es schwer seriöse zu finden. Eines kann ich sagen:

  • Seriöse Anbieter schüren keine Ängste, weder bei Eltern noch bei Kindern.
  • Seriöse Anbieter sagen nicht „Nach dem Kurs kann sich ihr Kind kann gegen alles wehren“.
  • Seriöse Anbieter lassen die Eltern dabei sein, wenn sie es möchten.
  • Seriöse Anbieter haben ein Preisgefüge, damit sich alle Eltern den Kurs für ihre Kinder leisten können.

Die vom Deutschen Karate Verband ausgebildeten Gewaltschutztrainer sind alle vom Verband ausgesucht, verfügen über spezielle Fortbildungen (die regelmäßig wiederholt werden müssen), brauchen ein erweitertes Führungszeugnis und erfüllen Polizei-Standards. Ich mach mal Werbung in eigener Sache und sage: Bei uns sind Sie in guten Händen!

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