90% der Schüler fehlt die Intelligenz, das Abitur zu machen

Oder: Warum leistungsbezogene Vergütung für Lehrer?

90% der Schüler auf diesem Gymnasium haben nicht die Intelligenz, das Abitur zu mache. Ihr gehört nicht zu den 10%.

Das ist ein Zitat aus einer „Ansprache“ des Mathelehrers meiner Tochter in der 10. Klasse. Gott sei Dank besaß sie genügend Selbstbewusstsein, nach einem Gespräch mit mir, auf diese Aussage zu pfeifen. Da ich leider erleben durfte, dass dies keine Ausnahme ist, möchte ich nicht wissen, wie viele Kinder kein Abi machen, weil sie völlig demotiviert werden.

Bei der 2. Tochter (auf einer anderen Schule) durfte ich gerade hautnah erleben, was ein Lehrerwechsel bewirkt. Sie war 2 Jahre schlecht in Mathe, hat es immer gerade so geschafft, obwohl sie insgesamt eine gute Schülerin ist. Eine neue Lehrerin und sie wurde in kürzester Zeit um Längen besser. Eine Lehrerin, die motivierte und immer wieder erklärte und versuchte aus der Perspektive der Kinder zu denken. Sie bescheinigte meiner Tochter vor einigen Wochen ein „tieferes mathematisches Verständnis“, was meine Tochter völlig überraschte. Und – die ganze Klasse ist in Mathe besser geworden.

Viele solcher Erlebnisse – wie motivierend ein guter Lehrer auf Schüler und deren Noten wirken kann – auch von anderen Müttern aus anderen Schulstufen, habe ich im Laufe der Jahre hören dürfen. Leider waren es meist die negativen Erlebnisse, die berichtet wurden. Zumindest haben mich diese Schilderungen dazu gebracht, ernsthaft über leistungsbezogene Vergütung bei Lehrern nachzudenken.

Leistungsbezogene Vergütung von Lehrern

Viele Berufsgruppen werden inzwischen leistungsbezogen vergütet, zumindest einen Teil der Vergütung oder einen Bonus am Jahresende on top, wenn die Ziele erreicht wurden.
Im Vertrieb ist es schon lange Usus, nur einen geringen Grundlohn zu zahlen und einen großen Teil über die Umsatzprämie. Das kann jedoch nciht so einfach kopiert werden. Man mag auch einwenden, dass im Vertrieb dieses System leicht umzusetzen und nachzuvollziehen ist. Aber wie kann man bei einem Lehrer die Ziele stecken und bemessen?

Bei Lehrern ist das meiner Meinung nach recht einfach. Man nehme die Durchschnittsnote der Klasse, lege einen Index fest, bei welcher Durchschnittsnote, es welchen Bonus gibt und bei welcher Steigerung von einem Jahr auf das andere einen on top. Ich sehe Lehrer vor meinem geistigen Auge, die sich anstrengen, damit es auch der letzte Schüler in der Klasse versteht, die nicht nach 2maligem Erklären sagen „wenn du es jetzt nicht verstanden hast, dass kann ich dir nicht helfen!“

So einem Lehrer kann ich nicht mehr bezahlen mit meinen Steuergeldern!
Wie, ihr meint jetzt, die würden dann einfach die Noten hochlupfen?  Also die Schüler würde es freuen, klar!  😉
Aber das rächt sich spätestens beim Zentral-Abi!

Oder habt Ihr andere Ideen?

5 Gedanken zu „90% der Schüler fehlt die Intelligenz, das Abitur zu machen

  1. Der Meinung bin ich durchaus auch, nur würden die Lehrer wahrscheinlich Arbeiten zu leicht gestalten und das ist nicht Sinn der Sache. Teilweise gibt es nämlich wirklich katastrophale Lehrer, die nicht nur unfähig sind, sondern auch psychische Störungen haben und eigentlcih mal in stationäre Behandlung gehören. Dank so einer Lehrerin wollte ich mal wochenlang nicht in die Schule, weil sie meine Eltern schlecht gemacht hat, ohne jemals was von ihnen gehört zu haben.

  2. @Anna Ja, eine solche Lehrerin hatten wir auch mal in der Schullaufbahn von Tochter 1. Die hat dann tatsächlich vor der Klasse einen Nervenzusammenbruch bekommen, kam in die Psychiatrie und nie wieder zurück in den Beruf. War schlimm für die Klasse!

    @Bernd Ich sehe die Probleme durchaus, finde jedoch dass es ernsthaft überlegt und auch diskutiert werden sollte. Inzwischen bekommen Chefärzte leistungsbezogene Vergütung. Da sind Zeile auch schwierig zu definieren und zu monitoren.

  3. Hm, wenn ich daran denke, wie oft meine Eltern und ich von meinen Lehrern (und einem gewissen Latein-Nachhilfelehrer in der 5. Klasse!) gehört haben, dass ich zu dumm für’s Gymnasium bin und dass es besser wäre, mich von der Schule zu nehmen…
    Ja, ich hatte nicht die besten Noten, aber das lag nicht daran, dass ich über-, sondern dass ich unterfordert war. Schön, dass die Lehrer mir immer nur Faulheit und Desinteresse unterstellt haben.

    Nein, Lehrer ist sicher kein einfacher Beruf. Aber ich war auf einer Privatschule, also kann auch niemand mit den typischen Problemschul-Problemen als Entschuldigung ankommen.
    Die meisten Lehrer waren entweder unmotiviert und haben die Tage bis zur Pensionierung gezählt, oder waren völlig beseelt vom Elitegedanken und haben nur die Schüler anständig gefördert, die ihnen jeden Tag bis zum Anschlag ins Rektum gekrochen sind.

    Schade. Ein Glück, dass ich das hinter mir habe.

  4. Also wer fordert, die Lehrer seiner Kinder nach Leistung zu bezahlen kann seine Altersheimaussucher gleich in ein Bootcamp stecken oder hat den Beruf einfach mal nicht im mindesten hinterdacht und hinterfragt.
    Ein Lehrer ist doch für mehr da als reine Stoffvermittlung! Lehrer sind Elternersatz, Sie haben Augen mit denen sie die Zustände der Kinder beobachten und sie nehmen einen großen, wenn nicht sogar noch größeren Teil der Erziehung ein, als die eigenen Eltern. Sie vermitteln Werte und gelten als Autoritätspersonen bei den Kindern. Hat mal jemand nachgedacht, mit wem das Kind mehr Zeit verbringt?

    Das jemand mit Marketinghintergrund natürlich nur die reinen Zahlen sieht und das Soziale total aus dem Blickfeld fällt, wundert mich da gar nicht. Lass uns doch aus Schulen doch gleich Profitorientierte Unternehmen machen? So mit Sponsoring, wie bei Fussballstadien? … die Aldi-Hauptschule … oder das Mercedes Gymnasium? … Die Realschule haben wir ja schon ( Frei nach Pispers )

    Und ich lese hier nur von den schlechten Lehrern. Ich wetter aber, das ihr auch einige, wenn nicht sogar mehr gute als schlechte Lehrer hattet. Nur ist natürlich das erzählen über die alten Arschlochlehrer viel befreiender.
    Ich kann über meine Klassenlehrerinnen nur gutes berichten. Sie hatten ein Auge dafür, das es mir mal ne Zeit lang nicht gut ging. Haben mir geholfen. Haben zugehört. Haben sich für mich eingesetzt. Sicherlich hatten wir auch unsere Vollpfostenlehrer. Aber das gibt es wohl an jeder Schule. Ich war an einer Gesamtschule mit >1500 Schülern und das im Einzugbereich von nem Berliner „Problemviertel“. Dafür muss ich sagen hatte ich viele Lehrer, wo ich heute erst sehe wie dankbar ich denen sein kann.

    Wisst ihr überhaupt, warum Lehrer so schnell fertig sind? Lasst euch mal als 45jährige Lehrfachkraft von nem 16jährigen erzählen, das ihr abgestochen werdet, wenn er ne 4 bekommt? Das ist Druck dem müssen Lehrer heutzutage leider standhalten. Und trotzdem würden derzeit über 75% aller Lehrer diesen Beruf wieder wählen.

    Boah… Lehrer nach Leistung bezahlen… sowas fällt auch nur Sesselfurzern ein, die zuviel Zeit haben mit Zahlen zu spielen… Meine Fresse bin ich wütend, wenn ich das lese.
    Wer dem Lehrer Dank schuldet sind in den meisten fällen die Eltern… nur die sehen den kompletten Lehrkörper als inkompetenten Haufen, sobald es bei ihren Liebsten nicht so läuft, wie es IHRER ( den Eltern ) Meinung nach laufen müsste.
    Eltern: es gibt 2 Meinungen… unsere und die Falsche!

    Nicht die Lehrer sind Schuld… Das System ist am kranken wo es nur geht. Jahrelang wurden Lehrer nicht eingestellt, weil der Staat Gehälter sparen wollte. Letztendlich hat er so lange gespart, bis die Fehlzeiten nicht mehr kompensiert, der Stoff nicht mehr vermittelt, die Aufsicht und Fürsorge der Lehrer neben dem Unterricht einfach nur noch überhand nahm. Und nun versucht mal einen Lehrkräftemangel und dem schlechten Ruf entgegen zu wirken, wenn die nächste Generation erst in 3-6 Jahren verfügbar ist? Lehrer ist kein Beruf. Dafür muss man gemacht sein.

    Jede weiteren Gedanken spare ich mir … nur einen noch… Wie wäre es, wenn wir Pflegekräfte demnächst Leistung bezahlen… Also am besten die Anzahl verabreichter Spritzen, gegebenen Tabletten oder angezogenen AntiThrombose-Strümpfen …
    Sei nett zu mir… ich könnte mal dein Pfleger sein und nach Leistung bezahlt werden…

    (wie kommt man auf so eine scheisse???? … *brubbel… brubbel…. abzieh…brubbel*)

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