Social Media Experten – die neuen Zeugen Jehovas?

Oder: Woran erkenne ich gute Social Media Experten?

Zeugen Jehovas sind bekannt durch intensive Missionstätigkeit, sie verteilen Traktate und christliche Literatur, unter anderem Hörbücher (!). Insofern ist der Vergleich nicht so weit weg, wenn es um Social Media „Experten“ geht, die unermüdlich in die Welt hinausposaunen, was sie denken, können und wie viel Geld man damit verdienen kann  und dienen diese Art der Kommunikation auch noch penetrant unschuldigen Kunden an.

Ich kann diesen Vergleich von privaten Nutzern von Social Media Angeboten gut nachvollziehen. Ein anderes weit verbreitetes Vorurteil ist „Social Media Experten werden fürs Twittern bezahlt!“ Ich brauch nicht zu sagen, dass diese Vergleiche zu kurz greifen und es echte Experten auf diesem Gebiet gibt. Aber wie können die gefunden werden? Denn blöderweise stehen sie nicht marktschreierisch an jeder Ecke und kreischen rum, sie seien die Besten – so etwas tun Profis nicht.

Der aufmerksame Leser mag jetzt bemerkt haben,  dass ich vom Begriff „Experte“ auf „Profi“ gewechselt bin. #Aus_Gründen wie Twitterer jetzt schreiben würden. Mir ist der Begriff Profi lieber, dieser drück mehr „Professionalität“ aus – ist vielleicht Geschmacksache, ist aber so!
Was also macht den Experten zum Profi?

  • Ein Profi rät nicht zu Twitter und Co. weil die Nutzung erst mal kostenlos ist.
  • Ein Profi kennt die Zusammenhänge und Hintergründe, weil er sich im Marketing seit Jahren bewegt und die Entwicklungen miterlebt und mitgemacht hat.
  • Ein Profi kennt das gesamte Instrumentarium der verschiedenen Kanäle. Er kann sie „spielend“ nutzen und um wichtiges Instrumentarium ergänzen.
  • Ein Profi ist „Spielkind“ und hat bereits alles schon privat ausprobiert, um zu sehen was geht. Und hat parallel Ideen, wie es seinen Kunden nützen kann.
  • Ein Profi stellt sich nicht die Frage „Was ist besser? – Twitter oder Facebook?“ Er nutzt alle Social Media Kanäle, verknüpft sie geschickt miteinander. Weil: die richtige Mischung macht’s!
  • Ein Profi weiß an welchem Punkt er für spezielle Fragestellungen andere Profis mit ins Boot nehmen muss. Er hat keine Angst, dass ihm das als Unwissenheit ausgelegt wird, sondern als Professionalität.
  • Ein Profi hat eine Idee, wie man bei Social Media Aktivitäten trotz weniger Kennzahlen so etwas wie einen ROI ausmachen kann und kennt die unterstützenden Tools dafür.
  • Ein Profi weiß, wo die Zielgruppen seiner Kunden sich aufhalten und wann und wie sie am Besten angesprochen werden können.

Ein Experte ist ein Profi, wenn er selbst twittert, bloggt, facebooked, youtubed, xingst und was auch immer – und das nicht erst seit ein paar Wochen. Fragt ihn, er wird ohne Ausflüchte gern konkrete Auskünfte geben, Ihr erkennt ihm, an den leuchtenden Augen!

Und wer jetzt sagt, die Zeugen Jehovas seien auch Profis, hat recht – die schreien ja auch nicht, sondern stehen nur rum! 🙂

Ein Gedanke zu „Social Media Experten – die neuen Zeugen Jehovas?

  1. Aufmerksamkeit durch Provokation: DAS hat aber mal hingehauen! 😉
    Aber zum Glück argumentieren Sie ja trennscharf zwischen den Hausierern und den Profis im Social Media Beratungsgeschäft – dem ich übrigens auch angehöre. Deswegen möcht‘ ich noch mal Zwei draufsetzen und manifestieren, was Social Media Profis von Zeugen Jehovas unterscheidet:

    1. Die ZJ leben in selbstgewählter Abgrenzung zu „Anderslebenden“. SM-Profis verzeiht man schon mal einen gewissen, natürlichen Hang zur Selbstdarstellung wenn sie die entsprechenden Kanäle mit bemühtem bis gutem Content füllen.

    2. ZJ glauben auch nach Ablauf mehrerer Stichtage beeindruckend beharrlich an den nahenden Weltuntergang. SM-Profis neigen eher zu einer tendenziell positiveren Sichtweise.

    Die ganzen Ich-habe-Geld-und-Erfolg-zu-verschenken-Hausierer kennen wir doch schon lange. Dass die jetzt auch in Social Media durch die Oberfläche schwappen, überrascht niemanden mehr.
    Mein Fazit: In Twitter bilden sich konsistente Clouds bestehend aus Usern, die die Plattform vorrangig für Kontakte und weniger für… Meinungen oder Statusmeldungen des Alltags nutzen. Eine Entwicklung, die ich gut finde, denn es scheint sich Qualität zu sammeln – so wie einst feste Materie nach dem Urknall. 🙂

    Mit besten Grüßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.