Wahlkampfimpressionen

Oder: Warum ich Straßenwahlkampf liebe

Jedes mal, wenn mir das Wort „Straßenwahlkampf“ über die Lippen kommt, muss ich aufpassen, dass ich nicht „Straßenfasching“ sage. Aber so weit weg liegt das Ganze ja nicht. Beides ist (zur Belustigung) dazu da, Informatioen unters Volk zu bringen und Geschenke zu verteilen.

Spätestens seit diesem Artikel, weiß jeder, dass und warum ich mich parteipolitisch engagiere. Jetzt habe ich an zwei Samstagen Straßenwahlkampf mitgemacht. Fazit: es ist anstrengend, aber macht Spaß und man erfährt, was das „gemeine“ Volk denkt. Hier ein kleiner Ausschnitt:

  • Viele, viele Diskussionen mit Menschen, die erwarten, dass ich die Bundespolitik verteidige und den Unterschied zwischen einer Bundestagswahl und einer Kommunalwahl nicht verstehen. Ich vermute, nicht jeder hat es schlussendlich verstanden. Aber okay!
  • Wir werden immer noch auf die Möllemann-Einkaufs-Chips angesprochen. Wer erinnert sich noch?
  • Themen vor Ort (und da gibts in Friedberg genug) werden kaum angesprochen. Was aber nicht heißt, dass sie nicht wahrgenommen werden.
  • Kein Mensch interessiert sich dafür, dass der stellvertretende Ministerpräsident von Hessen am Stand ist und mit ihm direkt reden kann. Ist das Scheu?
  • Ich habe immer ganz vorsichtig unsere Materialen mit den Worten: „Darf ich Ihnen eine Wahlkampfinformation geben?“ angeboten. Aber ich reagierre mit Unverständnis, wenn ich dann beschimpft werde, dass ich jemanden vorschreiben will, was er zu wählen hat. Manche Menschen sind seltsam.
  • Wunderbar, wenn man gelbe Tulpen verteilt, diese mit einem Lächeln überreicht und verbiestert aussehende Gesichter plötzlich zurück lächeln.
  • Die Reaktion, wenn jemand Informationen mitgenommen hat und man ihm ein „Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!“ mit auf dem Weg gibt. Das Lächeln und die Überraschung im Gesicht – unbezahlbar.

Mein Fazit: Man lernt interessante Menschen kennen, man lernt argumentieren und man darf nicht zu viel erwarten, was politische Sachdiskussionen betrifft.

Man kann damit der Partei ein Gesicht geben!

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