Von der Pferde-Droschke zu Social Media

Oder: Der lange Weg zum Boliden!

1999 hielt ich einen Vortrag bei einer IHK im Südhessischen. Thema war:
„Wie können kleine Unternehmen im Internet Geld verdienen?“

Die Mehrheit der Anwesenden war der Meinung, dass dies nicht funktionieren würde. Sie kamen nicht auf die Idee, dass auch  kleine Unternehmen wie Fahrradläden etc. mit einer kleinen Shoplösung über das Internet Umsatz machen können. Das ist heute kein Thema mehr. Damals wurde ich seltsam angeschaut – wie ein Alien – als ich davon träumte, dass ich passgenau zu meinen Wünschen Produkte über Newsletter angeboten bekomme, oder gar gleich auf der Website, wenn ich mich eingeloggt habe.
Es war eine Zeit, in der viele noch meinten, es reiche die Firmenbroschüre als PDF zum Download anzubieten. Das war der Gipfel, sozusagen eine „Hype-Internet-Präsenz“, bei kleinen Unternehmen.

Ich verglich damals die Anfänge des Internets (es waren noch die Anfänge) mit dem „ersten“ Auto (Trevithicks Dampfwagen):

Trevithicks Dampfwagen von 1803

Das erste Auto ähnelte einem Fahrrad oder einer Pferde-Droschke! Es war eine Pferde-Droschke mit Motor!  Warum?

Man kannte nichts anderes und konnte sich nicht vorstellen, welcher Komfort noch möglich sein würde. Kaum ein Vergleich mit den heutigen Autos. Es brauchte Visionäre, die völlig losgelöst von den bisherigen Vorstellungen an das Projekt „selbstbewegliche Maschine“ herangingen.

Die erste Website von 1990, sah auch eher aus wie ein Word-Dokument. Zu „Beginn“ des Internets – etwa als die ersten „normalen Menschen“ anfingen zu surfen, konnten sich nur die wenigsten vorstellen, dass es mal Bewegtbilder geben wird, dass man in Zukunft  über das Internet Videos ansehen, chatten, bestellen und bezahlen kann oder was auch immer.

Social Media heute ist wie zu Beginn des Internets

Ich wage den Vergleich, dass viele bei Social Media heute genau so „kurz“ denken, wie damals (es ist erst 20 Jahre her!) zu Beginn des Internets. Social Media ist Trevithicks Dampfwagen, der mal ein Bolide werden will (nur, dass es diesmal keine 20 Jahre dauern wird!).
Wir freuen uns, Tweets abzusetzen, aber welche Firma nutzt Twitter zu mehr als ein Push-Kanal (ich weiß, da gibt es ein paar – aber zu den Anfängen des Internet gab es auch ein paar…) Wir haben eine Facebook-Fanpage (weil die ja nichts kostet) und ganz moderne Firmen schon einen Flickr-Account.

Aber wissen die Unternehmen wirklich etwas damit anzufangen, das ihnen zumindest Reputation bringt?
Übers Geld reden wir noch gar nicht!


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