Wer sich ins Internet begibt kommt darin um?

Oder doch nur das Sommerloch?

Der Bürgermeister einer kleinen Kurstadt wird beschuldigt seine dienstliche Email-Adresse für private Zwecke zu nutzen. Ja, es sind Wahlkampfzeiten, 2011 wird ein neuer Bürgermeister gewählt, da ist so etwas ein Thema. Was war passiert?

Die Kurstadt hat eine Ferienwohnung-Broschüre, dort bietet die Familie des Bürgermeisters eine Ferienwohnung zum Mieten an.

Als Kontaktmöglichkeit wird dort neben der privaten Telefonnummer die dienstliche Email-Adresse des Bürgermeisters angegeben. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Dienstanweisung betreffend PC-Arbeitsplätze.

So die Opposition! Genau! Der Bürgermeister verquicke private und dienstliche Belange. Jawoll.

Der Bürgermeister:

Ich habe der Mitarbeiterin, die den Katalog erstellt, meine Visitenkarte gegeben. Und da ich keine private Email-Adresse habe, hat sie die dienstliche genommen. Ich drucke die Mails immer aus und gebe sie meinen Söhnen, die kümmern sich drum.

Da fragt man sich zwar, wo die Mitarbeiterin die private Telefonnummer hergenommen hat, die steht nämlich nicht auf der Visitenkarte oder warum nicht gleich die Email-Adresse der Söhne genommen wurde, wenn die sich eh drum kümmern.
Aber egal – wie oder was – ein Thema für den Bürgermeisterwahlkampf, um den Gegner zu diskreditieren? Wenn sich nichts besseres findet: untauglich! Ein Thema, das auf einer Stadtparlamentssitzung ausgiebig diskutiert wurde? Haben die zu viel Zeit? Gibt es nicht brennendere Probleme in unseren Städten und Gemeinden. Ablenkungstaktik, weil jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat?

Noch hat keiner die Frage gestellt, wie viel Papier verbraucht wird, weil der Bürgermeister, die Emails mit privatem Inhalt auf städtischem Papiervorrat ausdruckt und wie viel Tinte damit verschwendet wird. Aber – der Wahlkampf ist ja noch nicht vorbei – man darf gespannt bleiben!

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