Dabei ist alles oder warum wettkämpfen so schwierig ist!

Karate-Kids (1)

Vier meiner Karate-Kinder gingen heute an den Start ihres ersten Karate-Turniers, eines hat gekniffen. Die vier waren genauso aufgeregt wie ich. War es doch meine erste Gruppe, die ich auf einen Wettkampf vorbereitet hatte. Und für alle vier Kinder das erste Turnier.

Kata war angesagt. Kata ist eine Form, eine Art „Tanz“, bestimmte Techniken werden in einer Choreographie so sinnvoll angeordnet, dass es einen Kampf gegen einen imaginären Gegner gibt. Abfolge (Embusen = Schrittdiagramm), Rhythmus und Thema sind vorgegeben und dem Können der jeweiligen Gurtstufe angepasst. Heißt, der Karateka, der die Kata präsentiert, muss sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, es gibt bei Kata auch die „berühmte“ B-Note, Ausdruck und Präsentation fließen in die Bewertung mit ein, es reicht nicht, die Techniken zu „können“, der Schüler sollte auch wissen, was er da treibt.

Nicht dass ich damit gerechnet hätte, dass „meine“ Kinder aufs Treppchen kommen, nein, dazu sind Karateka anderer Vereine, die auf Leistungssport trainieren, einfach besser. Aber auf einen guten Platz hoffte ich schon. Dreimal durfte jeder „seine“ Kata laufen, die beiden besten wurden gewertet. Da gab es Tränen, weil die erste völlig versemmelt war, es fehlten zwei Techniken. Trotzdem, das Mädel hat sich bei den beiden nächsten Durchgängen heftig angestrengt und war sehr gut. Was für eine 9jährige beachtlich ist, so mit Frust umzugehen. Respekt!

Ihr Bruder kam auf einen sehr guten 7. Platz (von 12 Teilnehmern in seiner Gruppe). Für beide ein Ansporn weiter zu machen, denn sie sind in den letzten Monaten etwas trainingsfaul gewesen. Die beiden anderen Jungs belegten Platz 9 und 10 und waren gefrustet, da sie ja viel mehr trainiert hatten. Aber sie haben gesehen, dass das was ich ihnen immer wieder im Training demonstrierte, worauf sie achten sollte, wirklich „gefragt“ war. Das ist auch für mich gut, dass Kinder und Eltern sehen, dass die Trainer unseres Vereines so ausgebildet sind, dass sie wissen, worauf es ankommt.

Erfahrungen heute haben alle gemacht:

Die Kinder mit Anspannung, Frust und Wettkampfsituation umzugehen und trotz Aufregung, „ihr“ Ding durchzuziehen.
Die Eltern haben gesehen, dass ihre Kinder vielleicht doch nicht der absolute „King“ ist und alles so super gut macht. Und der Trainer was von seinem Geschäft versteht.
Der Trainer – ich – dass, das worauf ich Wert lege auch „kampfrichterkonform“ ist und ich meiner Intuition, was und wie ich trainiere, trauen kann.

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