Wer ist der Bessere? Oder gegenseitige Rücksichtnahme!

Eltern von Karatekids (1)

Der Klassiker: „Mein Sohn hat Karatekid gesehen und will jetzt unbedingt Karate lernen.“ – Klar kann er gerne kommen, wenn der nächste Anfängerkurs beginnt!
Aber Eltern sind ja so was von hartnäckig, wenn es um das Wohl des Kindes geht. Sie versuchen mich ständig zu überreden, ein Kind in den laufenden Anfängerkurs zu nehmen, weil „er/sie ist ja so begabt!“ Ja, ich habe mich früher überreden lassen. Nein, ich tue es nicht mehr.
Die Kinder fühlen sich überfordert, wenn die anderen 15 schon viel weiter sind und verlieren den Spaß. Die anderen 15 ärgern sich ständig, dass auf einen „richtigen“ Anfänger Rücksicht genommen werden muss und sie nicht weiterkommen. Ich ärgere mich, weil ich ständig „zweigleisig“ fahren muss und dem „Neuen“ nicht wirklich gerecht werden kann.

Nun kann man einwenden, im Karate ist gegenseitige Rücksichtnahme gefordert. Klar, ist das so. Aber dafür gibt es in einer Gruppe mit annähend gleichem Trainingsstand schon genügend Ansatzpunkte. Die Lerngeschwindigkeit ist sehr unterschiedlich und die Begabungen sind sehr unterschiedlich. Kinder neigen dazu – auch die „Liebsten“ – zu lachen, wenn ein anderes ständig etwas falsch macht. Hier korrigierend einzugreifen und zu vermitteln, dass jeder Fehler macht und keiner lustiger ist als der andere, ist ein gewaltiger Prozess und erfordert große Geduld vom Trainer. Dieser Prozess muss verstanden werden. Es muss verstanden werden, dass aus meiner Sicht Fehler sogar erwünscht sind, weil aus diesen Fehlern gelernt wird.

Selbst Eltern haben Schwierigkeiten mit dieser Erkenntnis, denn sie sind stolz, wenn ihr Kind gut ist. Und das ist gut so! Aber wie das mit den Eltern und dem Leistungsstand ihrer Kinder ist, ist eine weitere lange Geschichte, die zu einem späteren Zeitpunkt kommt.

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